Endlich: Die Gülle kann wieder raus

Und die naturverliebten Bauern dürfen ihre Felder wieder nach Herzenslust in eine stinkende Kloake verwandeln. Ab dem heutigen Sonnabend darf es wieder losgehen und obwohl der Boden ohnehin schon klitschig nass ist, geht die exzessive Fahrerei mit den 15.000 Liter fassenden Güllehängern in Richtung Acker auch gleich wieder flott voran. Und da hat sich seit dem 1. November letzten Jahres, als die Sperrfristregelung für die Gülleausbringung begann, offensichtlich Allerhand angesammelt, allein bei mir am Haus auf dem idyllischen Lande kamen zwischen 8.00 und 10.00 Uhr schon vier voll beladene Jauchefässer auf Rädern lautstark und hinter sich her stinkend vorbeigedonnert. Als ob die Pflanzen jetzt überhaupt Nährstoffe brauchen oder verarbeiten würden, wenn der Boden noch vollständig gefrostet ist. Ja, es wird Zeit umzudenken, jedenfalls für alle, denen die Möglichkeit gegeben ist, sich im eigenen Garten so gut es eben geht, selbst zu versorgen. Der EU-subventionierte Mais, der hierzulande massenhaft angebaut wird, lässt sich ja ohnehin nur sehr eingeschränkt für die menschliche Ernährung verwenden, von daher ist wohl von den Bauern in der Nähe nicht groß was zu erwarten.

Eigenversorgung ist angesagt – so gut es geht

Eine vollständige Abnabelung von den Industrielebensmitteln dürfte allerdings den wenigsten Gartenbesitzern gelingen, wobei man aber um so mehr versuchen sollte, seinen Garten bis zum letzten Quadratzentimeter für den Anbau von selbst gezogenem Obst und Gemüse auszunutzen. Nicht unbedingt mit den hochgelobten Superfoods, die ohnehin in den bekannten exotischen Ländern besser aufwachsen, sondern durch den Anbau heimischer Sorten. Heidelbeeren, Kohl, Sanddorn und Walnüsse eben statt Avocado, Macawurzel und Co., die tun’s nämlich auch, meistens sogar noch besser und die heimischen Superfoods sind obendrein noch wesentlich schmackhafter. Ich habe zu diesem Thema übrigens ein sehr gelungenes Buch aus dem österreichischen Leopold Stocker Verlag gefunden, in dem das Thema der exotischen „Wunder“-Lebensmittel sehr authentisch behandelt wird: Im Klappentext vom „Schwarzbuch Superfood“ ist unter anderem zu lesen:

„Von der Werbung und den Lebensmittelkonzernen werden sie hoch gepriesen: Superfoods sollen Schlankmacher, Jungbrunnen und Vorbeugung gegen alle möglichen Krankheiten in einem sein. Doch welche gesundheitlichen Wirkungen entfalten die so angepriesenen „Superfoods“ wirklich? Und wie sieht es mit den Produktionsbedingungen aus? Manche stammen aus dem tropischen Regenwald, wo eine nachhaltige Nutzung nicht möglich ist, andere stammen aus intensivem Anbau mit Pestizideinsatz, wieder andere müssen nach Europa eingeflogen werden und hinterlassen einen entsprechend großen ökologischen Fußabdruck. Noch fragwürdiger ist die Einnahme von teuren Superfoods wie Acai Beere, Chia Samen, Kamukamu usw. in Form von Pulver und Pillen als Nahrungsergänzungsmittel.“ Buch bei Amazon kaufen? Schwarzbuch Superfood: Heiße Luft und wahre Helden oder direkt beim Verlag? Dann klick ins Bild!

Die Autorinnen geben einen Einblick in angepriesene Wirkungen, ernährungsphysiologisches Potenzial, Produktionsbedingungen und Transport exotischer Superfoods und stellen ihnen einige heimische Kraftbündel gegenüber.

Neue Pflanzen braucht das (Garten-) Land!

Der Inhalt hat mich schließlich auch dazu beflügelt, nochmals über die botanische Struktur im Garten für das neue Jahr nachzudenken. Dass es wieder jede Menge Tomaten gibt, wäre das eine, darüber hinaus soll jetzt mal der Mönchspfeffer getestet werden. Die Sträucher sehen nicht nur außerordentlich dekorativ aus, mit den Früchten lässt sich auch ein leckerer Tee herstellen, der nicht nur gegen allerlei Leiden in der Frauenheilkunde hilft, sondern auch gut für die Verbesserung der Durchblutung und zur Stärkung des Immunsystems genutzt werden kann.

Dann gibt’s außerdem noch:

  • eine Neapolitanische Limette, die in den hiesigen Breiten auch als Busch ganz gut wachsen soll;
  • einen Feigenkaktus, der im Kübel gedeiht, essbare Früchte liefert und im Kübel bis zu drei Meter hoch wachsen wird;
  • dazu kommt eine hochstämmige Clementine, deren süße Früchte erst zum Winter reif werden und die nebenbei noch einen großen Zierwert bietet;
  • schließlich wollen wir es mal mit einem Granatapfel probieren, ebenfalls ein dekorativer Strauch, der bis zu zwei Meter hoch werden soll;
  • und zum Schluss muss noch ein ordentlicher Apfelbaum her, die Sorte Bionda® Patrizia macht einen recht guten Eindruck, ist äußerst krankheitsresistent und die blonden Äpfel sehen ja nun wirklich zum Reinbeißen aus.Also insgesamt recht gut zu tun und voller Hoffnung, dass der Frühlingsbeginn nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Jedenfalls ist das neue Hochbeet für wenigstens sechs ertragreiche Tomatenpflanzen schon in Arbeit bzw. steht schon fasst an seinem vorgesehenen Standort.
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