Kompaktes Beerenobst Gärtchen

Heute: Kaki Bäume!

Wichtige Vorbemerkungen: Dieser Artikel sollte eigentlich bereits im letzten Herbst veröffentlicht werden. Als ich mir allerdings die Fotos angeschaut habe, fand ich die kleinen neuen Bäumchen doch etwas zu winzig und hatte auch nicht wirklich daran geglaubt, dass sie trotz der unglaublich miesen Bodenverhältnisse bei mir, damals im September, überhaupt richtig anwachsen. Und doch taten sie es – ausnahmslos alle – und gerade in den letzten Tagen von Ende April bis jetzt war ich dann auch wirklich über den richtig strammen Wuchs sehr erfreut (siehe oberes Beitragsbild). Zweifelsohne müssen einige von ihnen zum Herbst noch umgesetzt werden, da ansonsten der Platz schon bald ein wenig zu eng werden könnte. Da ich als Autor bei Lubera arbeite, habe ich die Bäume und Sträucher übrigens zu einem kulanten Preis bekommen und hätte ansonsten auch nicht diese große Menge eingekauft.

Beerenobst ist Pflicht im Hobbygarten

Bevor wir über Kakibäume reden, einige kurze Vorbemerkungen allgemeiner Natur zum Beerenobst generell: Im Grunde genommen ist beinahe das gesamte Jahr über Pflanzzeit für Beerenobststräucher, jedenfalls so lange wir im Garten noch von klirrendem Frost verschont bleiben. Die schon kräftig herangewachsenen Containerpflanzen von Lubera machen es möglich, dass Heidelbeeren, Pointilla, Holunder und Co. im Herbst und somit rechtzeitig vor dem Winter im Boden sicher einwurzeln können. Gleichzeitig haben wir durch solche spät eingesetzten Gehölze einen beachtlichen Entwicklungsvorsprung gegenüber solchen Sträuchern gewonnen, die wir erst im Frühjahr an einem geeigneten Standort pflanzen.

Eigentlich müsste man Selbstversorger werden

Das war schließlich auch meine Hauptmotivation, beinahe spontan zum letzten Septemberbeginn meinen Naschgarten für Beerenobst um weitere 14 Sträucher zu erweitern. Wesentlich ermuntert hat mich dazu die Tatsache, dass es gerade in den letzten Jahren wetterbedingt immer wieder zurecht massiven Ausfällen bei der Gemüseernte gekommen ist, während die Erträge an den Beerenobststräuchern meistens konstant und erfreulich hoch waren. Ebenso wichtig erscheint mir, dass ich die meisten gängigen Gemüsesorten wie Möhren, Bohnen, Kohl, Zwiebeln oder Kartoffeln mit etwas Mühe und in Bioqualität auch bei regionalen Erzeugern auf dem Markt bekomme. Bei Beerenobst sieht es dagegen, abgesehen von unter Folie oder auf beheizten Beeten herangewachsenen Erdbeeren oder künstlich nachgereifte Heidelbeeren aus Peru schon ziemlich mau bis aussichtslos im einschlägigen Lebensmittelhandel aus. Und da ich in meinem Garten, wie vermutlich viele von Ihnen, in der Höhe bedeutend mehr Platz habe als in der Breite, werde ich mich künftig vorrangig dem Anbau von Beerenobst in Gestalt von Sträuchern und Bäumchen widmen.

Auf 40 Quadratmeter 14 Beerenobststräucher pflanzen

Passt das eigentlich vom Platz her, hatte ich mich da zuerst gefragt? Und im Angesicht der zu erwartenden Endbreiten der Obstgehölze, wie sie in den Sortenbeschreibungen für die Pflanzen im Luberashop zu lesen sind, hatte ich anfangs durchaus einige Bedenken, besonders was die Zukunftssicherheit dieser waghalsigen Unternehmung anbelangt. Die innere Unruhe wuchs dann noch einmal kurz an, nachdem ich den Inhalt der drei insgesamt um die 50 Kilogramm schweren Pakete mit allen Pflanzen ausgepackt hatte.

Pflanzenlieferung mit 19 Bäumen und Sträucher

Alle 14 Beerensträucher kamen in ihren 5-Liter-Containern wie gewohnt unversehrt an und wie man sieht, sind die Pflanzen allesamt bereits von kräftigem Wuchs und werden den bevorstehenden Winter am neuen Standort gut überstehen.

Bepflanzt werden sollte ein gut 30 Quadratmeter großes Rasenstück, das – die Gartenbuchleser werden sich an meine letzten Beiträge zum Blumenzwiebeln pflanzen und pflegen erinnern – bereits im September mit allerlei Tulpen, Narzissen und Winterlingen für das nächste Frühlingserwachen dekoriert wurde.

Pflanzlöcher für Beerenobststräucher

Platz für neun Sorten Beerenobst, das bei ausgezeichneter Erde vollsonnig aufwachsen kann. Ein Pflanzloch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbereitet.

Nachdem auf diesem etwa 10 Quadratmeter großen Beet bisher meistens Zwiebeln und Bohnen angebaut waren, wird dieser Bereich im Garten nun mit Beeren bepflanzt. Da der Boden am Standort in der Tiefe etwas zu lehmhaltig ist, wurde dort im vergangenen Jahr nach dem Winter eine 40 Zentimeter dicke Schicht mit Muttererde aufgetragen.

Vorbereitung der Pflanlöcher für Sträucher

Zumindest in den ersten zwei bis drei Jahren können sich die Beerensträucher hier vom Platzangebot und der fast ganztägigen Sonne her gut einleben. In der Mitte steht bereits seit Februar eine Mehrbeere Pointilla aus dem letzten Winterdeal, die jetzt im Oktober ihre ersten gelben und roten Früchtchen trägt. Diese Beeren haben übrigens einen sehr kräftigen Fruchtgeschmack und sind im Vergleich zu den Johannisbeeren von sehr angenehmer und intensiver Süße.

Warum und wie man einen Kakibaum pflanzt

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Kaki (Diospyros kaki) oder Khaki bisher lediglich als Bekleidungsfarbe kannte und mir die Früchte eher ein wenig suspekt waren. Aber es durfte jetzt wirklich mal etwas ganz anderes sein, was da im Garten heranwächst und da mich die Sortenbeschreibungen (auch hinsichtlich des zu erwartenden Geschmacks der reifen Früchte) ziemlich neugierig gemacht hatten, sollten es gleich drei verschiedene Sorten dieser winterharten Kaki sein. Und abgesehen davon, dass ihre Früchte (oder Kakis) eine echte Delikatesse sind, die blühenden Gehölze oder die farblich sehr eindrucksvolle Belaubung zu einem echten Hingucker im Garten werden, haben wir es bei dieser Urobstart fast schon mit Superfoods zu tun.

Ausgewählte Bestandteile gängiger Beerenarten im Überblick

KakiStachelbeeren (gegart)ErdbeerenJohannisbeeren (rot)Kiwi
Portion (Gramm)12512510012545
kcal p. P.88,857,5105,053,827,5
Vitamin A (mg)0,330,050,020,010,03
B-Carotin (mg) 2,000,280,030,050,17
Vitamin E (mg)1,000,860,150,890,23
Vitamin K (µg)12,5013,7516,2512,504,50
Vitamin B2 (mg)0,040,020,060,040,02
Folsäure (µg)6,252,5018,753,757,20
Biotin (µg)0,38keins5,003,250,23
Vitamin C (mg)20,0026,4981,2545,0031,95

Da ich, was das Pflanzen hierzulande erfolgversprechender Kakibäumchen Arten anbelangt, nur allerbescheidendste Vorkenntnisse besaß, habe ich bei der Auswahl selbstverständlich den jahrelangen Erfahrungen von Markus Kobelt als Gründer und Züchter von Lubera vertraut und mich für folgende Sorten entschieden:

Drei neue Kakibäumchen

Die drei Kaki Bäumchen sehen schon als Jungpflanzen sehr beeindruckend aus, sind veredelt und bereits wenigstens ein Jahr alt.

  • Amerikanische Kaki Fruithunters® Prairie Dawn (links im Bild): winterhart bis – 30 °C; die Sorte mit den süssesten Früchten überhaupt; nach zehn Jahren könnte dieser Kakibaum bereits eine Höhe von drei Metern erreichen.
  • Kaki Hybride Nikitas Gift (Bildmitte): eine Lubera Selection und „easy growing“ (also leicht „funktionierende“ Kaki Sorte); ein ebenfalls sehr frostresistentes Bäumchen, bei dem später mit besonders aromatischen und süssen, aber bitterstofffreien Früchten zu rechnen ist; als Hybride aus der zweiten Generation wird „ Kaki Nikita“ um die drei Meter hoch und liefert ab dem zweiten Standjahr die ersten Erträge.
  • Kaki ‚Early Fuyu‘ (rechts im Bild): Früchte bei diesem Kakibaum mit süßem Aroma ohne Bitterstoffe und knackig wie ein Apfel werden die mittelgrossen Kakis, die schon ab Oktober zu reifen beginnen. Mit ersten Erträgen der bis auf zwei bis drei Meter hochwachsenden Bäumchen ist ab dem zweiten bzw. dritten Standjahr zu rechnen.

Boden vorbereiten und Kakibaum pflanzen

Diese Rasenfläche im Garten wurde vor zwei Jahren mit einer 30 bis 40 cm dicken Schicht aus Muttererde aufgewertet. Das Saatgut für die Wiese war scheinbar nicht gerade von allerbester Qualität, sodass die Optik nicht unbedingt bestaunenswert oder einladend wäre. Die sommerlichen Hitzeperioden der letzten zwei Jahre haben trotz regelmäßiger Bewässerung sicherlich noch das Übrige getan, also ist hier nun Sträucher pflanzen angesagt. Dennoch voll in der Sonne gelegen, der optimale Standort für meine Kakibäume und alle anderen Beerensträucher.

Am letzten Septemberwochenende wurde bei mir bereits der Oktober simuliert, was zu einigen speziellen Besonderheiten beim Kakibaum einpflanzen führt, die ab Herbst für sämtliche Obstbäume, die als Containerware geliefert werden, gelten.

Erste Regel: Bevor es ans Einsetzen der Bäume und Bäumchen geht, werden sie solange geschüttelt, bis ihr Wurzelballen frei von allen anhaftenden Erdresten ist. Am einfachsten gehts, wenn die Wurzeln der Kaki zunächst und wie im Sommer praktiziert, ringsherum aufgerissen werden. Sollten die Erdklumpen zu fest sein, kann man sie mit den Händen vorsichtig zerdrücken. Keinesfalls dürfen die Gehölze auf den Gartenboden gestampft werden, da diese Grobheit sehr leicht zu einer irreparablen Beschädigung im Bereich der Veredlungsstelle am noch jungen Kakibaum führen könnte. Denn Sinn dieser nur scheinbaren Gewalteinwirkung erklärt dieser Beitrag von Markus Kobelt nochmals in allen Einzelheiten. Damit nicht genug, gibt es auch noch eine…

Kakibaum vor dem Einpflanzen

Der Amerikanische Kakibaum ist nun (fast) wurzelnackt. Besonders zärtlich sollte mit der Veredlungsstelle der Bäumchen (unterhalb des grünen Haltebändchens) umgegangen werden.“

Zweite Regel: Dem glücklichen Besitzer tut diese „Willkür“ vermutlich viel mehr weh als seinen gerade gepflanzten Bäumchen, denn das schöne bunte Herbstlaub muss zum Abschluss jeder Neuanpflanzung von Obstbäumen ab Oktober vollständig ab, und zwar von jedem Zweig. Wie macht man’s falsch und wie gehts richtig – Markus Kobelt demonstriert beide Varianten in einem Video.

Kakibaum ohne Laub vor dem Einpflanzen

Kaki Early oben ohne und an den Seiten ebenso. Sieht gerade etwas kärglich aus, aber ohne Laub funktioniert das Anwachsen der Kakibäumchen eben wesentlich besser.“

Die Pflanzlöcher für die Kakis wurden bereits einige Tage früher ausgehoben. Sie entsprechen wenigstens der doppelten Grösse eines Wurzelballens und waren ursprünglich 60 cm tief. Ganz unten ist der Boden mit einer gut 20 cm dicken Schicht aus Muttererde und gesiebtem Kompost aufgefüllt. Übrigens darf die eben vom Wurzelballen der Kaki abgeschüttelte Pflanzerde auch mit in die Grube hinein. Die Bäumchen wurden so eingesetzt, dass die Veredlungsstelle am Ende um die fünf Zentimeter über dem Bodenniveau liegt. Auf einen Giessrand habe ich jetzt zum Herbst hin bewusst verzichtet. Sicherheitshalber erhalten die drei Kaki Bäumchen aber vor dem ersten Herbststurm noch einen stabilen Stützpfahl und wurden gleich nach dem Einpflanzen großzügig gewässert.

Frisch gepflanzte Kaki Bäumchen

Der Rasen sieht zwar auch mit den Kaki Bäumchen immer noch etwas langweilig aus, aber so ist es eben mit dem Lauf der Natur im Herbst. Und Ihr wisst ja, ab 21. Dezember werden die Tage auf der Nordhalbkugel wieder etwas länger und der Frühling naht!

Insgesamt betrachtet sieht meine bis dahin brachliegende Wiese nun zwar noch nicht wesentlich attraktiver aus. Aber warten wir einfach mal ab, wie sich das Gesamtbild noch dem Einpflanzen meiner drei neuen Erstbeeren Sträucher darstellt, über die im zweiten Teil dieses Beitrags berichten wird.

Und übrigens: Es gibt wenigstens noch zwei weitere gute Gründe, wieso es sich unbedingt lohnt, Kakibäumchen im Garten zu pflanzen. Ihr braucht weder einen riesigen Aufwand bei der Pflege, denn sie müssen lediglich bei Bedarf geschnitten werden und viel wichtiger, man muss sich bei den Kaki Gehölzen überhaupt nicht über irgendwelche lästigen Pflanzenkrankheiten ärgern.

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